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Kleine ApothekengeschichteDie Anwendung heilkräftiger Pflanzen oder die Durchführung von Heilkuren gehörte schon zu den kulturellen Leistungen der Antike. Der griechische Arzt Pedianos Dioskorides (ca. 40 - 90 n.C.) schrieb bereits ein Buch der Heilkunde, das über mehrere Jahrhunderte angewendet wurde. Die ersten "Pharmazeuten", die Heilpflanzen nicht nur in der Natur sammelten, sondern auch züchteten und mit ihnen experimentierten, waren Mönche des 9. Jh. Auf sie geht auch der Name "Apotheke" zurück, die Bezeichnung für die klösterlichen Lagerräume, wo die heilsamen Schätze aufbewahrt wurden. Die Klostermediziner waren noch Kräuterexperten und Krankenheiler zugleich. Erst 1241 wurden die Berufe des Arztes und Apothekers voneinander getrennt. Friedrich der II., Kaiser der Staufen, erließ damals ein Gesetz, das Ärzten den Handel mit Arzneimitteln verbot. Er schuf damit einen marktrechtlichen Grundsatz, der bis heute seine Gültigkeit hat. Heilpflanzen und andere Naturalien wurden nun zu einer gut gehenden Handelsware. Und die weltlichen Apotheken entwickelten sich zu Stätten der naturwissenschaftlichen Sammlung und Forschung. Das Naturalienkabinett des Apothekers Basilius Besler (1561 - 1629) gilt heute als Grundstein für die Geschichte des Naturkundemuseums. Apotheker, die ursprünglich als fahrende Händler von Ort zu Ort zogen, entwickelten sich nun zu einem hoch angesehenen Stand. Die Häuser der "Ratsapotheker" gehörten zu den besten der neu errichteten Städte. Könige und Fürsten hielten sich Hofapotheker, die nicht nur rundum die Uhr für die Adelsfamilie da sein mußten, sondern auch kräftig dabei unterstützt wurden, ihre Forschungen voranzutreiben. So war die pharmazeutische Wissenschaft über Jahrhunderte hinweg Sache der Apotheker, bis die Entdeckung von Friedrich Wilhelm Sertürner (1783-1841) eine Wende brachte. Dem Paderborner Ratsapotheker gelang erstmals die Isolierung eines Pflanzenwirkstoffes, nämlich des Morphins aus dem Opiumextrakt. Mit der synthetischen Herstellung von Arzneimitteln entwickelten sich nun, im Zuge der Industrialisierung des 19. Jh., pharmazeutische Fabriken. Innerhalb weniger Jahrzehnte verlor die Apotheke ihre Rolle als Arzneimittelproduzentin. Allerdings war es noch im Jahre 1887 ein Apotheker, der eine Mixtur entdeckte, die bald die ganze Welt erobern sollte. Der morphiumsüchtige John Pemberton aus dem US-Bundesstaat Georgia hatte auf der Suche nach einer Ersatzdroge mit der Coca-Pflanze experimentiert. Seine Mixtur befreite ihn zwar nicht von seiner Sucht, wurde jedoch bald zum größten Industrieschlager der Jahrhundertwende. Bis heute wird das Rezept von Coca Cola streng unter Verschluß gehalten. Daß der Beruf des Apothekers von hoch inspirierten Zeitgenossen ausgeübt wurde, beweist auch die lange Liste ehemaliger Apotheker, die später anderweitig berühmt wurden. So arbeiteten der Dichter Theodor Fontane oder der Komponist Josef Haydn vor ihrer künstlerischen Laufbahn als Apotheker. Gerade in diesem Punkt geraten Online-Apotheken in die Diskussion. Der Medikamentenverkauf per Internet ist in Deutschland seit dem 1.1. 2004 zugelassen. Der Pflicht zur Beratung wird hierbei telefonisch bzw. per E-Mail nachgekommen. Die extremen Preisschwankungen für einzelne Medikamente lassen zumindest zu Vorsicht raten. Und die ärztliche Verschreibung im Original an den Internet-Händler zu schicken, ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache. Die Orts-ansässigen Apotheken haben inzwischen auf die neue Online-Konkurrenz reagiert. Viele bieten ihren eigenen Online-Lieferservice an, bzw. schicken Medikamentenboten bei telefonischer Bestellung. Das gesundheitliche Engagement der Apotheker Deutschlands findet auch bei "Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V." seine Verwirklichung. Die Organisation wurde im Jahr 2000 gegründet. Derzeit setzen sich hier über 400 deutsche Apotheker und Pharmazeuten für die Medikamentenversorgung in chronischen und akuten Krisengebieten ein. Links:http://www.garten-literatur.de http://www.cocaine.org http://www.heise.de http://www.apotheker-ohne-grenzen.de
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